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eAU und telefonische Krankschreibung: Was im Betrieb wirklich gilt

Seit die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung elektronisch übermittelt wird, hält sich ein Irrtum hartnäckig: dass die eAU die Krankmeldung ersetzt. Das tut sie nicht, und aus diesem Missverständnis entstehen die meisten Konflikte.

Gilt bereits Stand 28.10.2025· geprüft am 28.10.2025· 1 Min. Lesezeit

Seit die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung elektronisch übermittelt wird, hält sich ein Irrtum hartnäckig: dass die eAU die Krankmeldung ersetzt. Das tut sie nicht, und aus diesem Missverständnis entstehen die meisten Konflikte.

Die Reihenfolge ist entscheidend

Wer arbeitsunfähig ist, muss den Arbeitgeber unverzüglich informieren. Diese Anzeigepflicht nach § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz besteht unverändert.

Erst danach kann der Arbeitgeber die eAU bei der Krankenkasse abrufen. Ohne die Meldung weiß niemand im Unternehmen, dass es überhaupt etwas abzurufen gibt. Der Abruf ist zudem erst möglich, wenn die Praxis die Daten übermittelt hat, das dauert in der Regel einen Tag.

Telefonische Krankschreibung

Die telefonische Krankschreibung ist möglich, wenn keine schweren Symptome vorliegen und die Praxis dies medizinisch verantworten kann. Sie gilt zunächst für bis zu fünf Kalendertage. Für Erstbescheinigungen über einen längeren Zeitraum ist sie nicht vorgesehen, ebenso wenig für Erkrankungen, bei denen ein körperlicher Befund erhoben werden muss.

Was Arbeitgeber dürfen

Ein Punkt, der regelmäßig für Diskussionen sorgt: Sie dürfen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag verlangen. Dafür brauchen Sie weder eine Begründung noch eine Änderung des Arbeitsvertrags. Das Recht folgt unmittelbar aus § 5 Absatz 1 Satz 3 EFZG.

Ob Sie davon Gebrauch machen sollten, ist eine Kulturfrage, keine rechtliche. In Teams mit hohem Vertrauen wirkt eine solche Anordnung schnell wie ein Misstrauensvotum gegen alle, obwohl sie meist wegen einer einzelnen Person eingeführt wird.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Stellen Sie klar, wie und bis wann sich Beschäftigte krankmelden, und dass die eAU das nicht ersetzt.
  • Regeln Sie, wer die eAU abruft und wann. Ein vergessener Abruf führt zu Lücken in der Entgeltabrechnung.
  • Überlegen Sie zweimal, bevor Sie die Vorlage ab Tag eins generell anordnen.
Nadine UllrichGeschäftsführerin HRzlich GmbH, seit über 15 Jahren im Personalwesen

Quellen

  1. § 5 EFZG, Anzeige- und Nachweispflichten Quelle (geprüft am 28.10.2025)
  2. Jurawelt: Telefonische Krankschreibung 2026 Quelle (geprüft am 28.10.2025)
Kein RechtsratDieser Beitrag informiert und ordnet ein, er ist keine Rechtsberatung. Wie die Regelung in Ihrem Unternehmen konkret umzusetzen ist, klären Sie bitte mit einer Kanzlei für Arbeitsrecht oder Ihrer Steuerberatung.
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Nadine Ullrich, Geschäftsführerin der HRzlich GmbH, in ihrem Büro

Konsequent digital, kompromisslos h(e)rzlich.

Über 15 Jahre Personalwesen, Verantwortung für Strukturen mit 120+ Mitarbeitenden. Sie kennt Strategie und operative Realität wachsender Unternehmen gleichermaßen.

Nadine Ullrich · Geschäftsführerin, HRzlich
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